Männerheilkunde

Männerheilkunde = Andrologie findet sich normalerweise in der Schulmedizin im Bereich der Urologie: die klassischen "Männerbeschwerden" rangieren demnach überwiegend von der Reizblase und anderen Erkrankungen der Harnwege über Prostatabeschwerden, unerfülltem Kinderwunsch und erektiler Dysfunktion bis hin zu Hodentumoren. Diese werden häufig entweder pharmakologisch oder operativ angegangen.
In der Naturheilkunde kommen zusätzlich Selbsterfahrungsangebote zum Tragen: die Erfahrung des inneren Kindes und Erwachsenen, der Bezug zum männlichen Herz, Ausdrucksformen männlicher Sprache zu finden bis hin zu Survivalworkshops mit selbstgejagtem Wildschwein spannen den Bogen diesbezüglicher Angebote auf. Diese sicherlich hilfreichen und tiefgehenden Auseinandersetzungen erscheinen jedoch vielen Männern zu esoterisch oder speziell, um sich darauf einlassen zu können.  

 

Mein ganzheitlicher Ansatz einer Männerheilkunde schließt die klassischen Beschwerden des Urogenitalbereiches mit ein, geht jedoch über diese hinaus: die männliche Sexualität (Sex) und die männlichen Rollenbilder, Zuschreibungen und Verhaltensmuster (Gender) werden beide mit einbezogen. Was macht Mannsein eigentlich aus, wenn es nicht nur über die Sexualität definiert wird?

 

Nach dem Motto "Nicht weinen, ein Indianer kennt keinen Schmerz", "Zähne zusammenbeißen" oder "Augen zu und durch" wurde vielen Männern bereits als Kindern beigebracht, dass von ihnen erwartet wird, Gefühle von Schwäche, Unsicherheit und Verletzung zu unterdrücken. Der oft ungesunde alltägliche Stress ist Teil des Kampfes, dem Mann sich zu stellen hat, anstatt auf die Signale von Körper, Seele und Geist zu achten und sein Leben bzw. Verhalten entsprechend anzupassen. 

 

Zugegebenermaßen werden sowohl das absolut klassische Kernfamilienmodell wie auch die festzementierten Geschlechterrollen in heutiger Zeit zunehmend relativiert: weitgehende Säkularisierung und gesetzliche Gleichberechtigung, Patchwork-Familien, die Durchsetzung der Homo-Ehe, die MeToo-Bewegung oder verschiedene Subkulturen von Hippies bis Emos sind nur einige Beispiele dafür, dass die gesellschaftlichen Perspektiven in einer tiefgreifenden Veränderung begriffen sind.     

 

Dennoch wirken die alten Prägungen immer noch - und führen zu einem sich teilweise angleichenden, aber immer noch relativ deutlichen Bild: Männer leben im Schnitt immer noch 5 Jahre weniger als Frauen. Sie neigen eher zu schädlichen Exzessen wie Drogen- oder Alkoholkonsum bzw. -missbrauch, sind häufiger körperlich gewalttätig, haben ein extremeres Risikoverhalten, ernähren sich ungesünder und kümmern sich weniger um ihr emotionales bzw. seelisches Wohlergehen als Frauen. Schlaganfälle, Herzinfarkte und andere akute Notfälle kommen bei Männern häufiger vor als bei Frauen. Sie neigen eher zu Lungenkrebs, Darmkrebs, Magengeschwüren, Übergewicht oder erhöhtem Blutdruck...
Mein umfassender Ansatz der Männerheilkunde bezieht also auch die Lebensweise vieler Männer mit ein: der Bezug zu sich selbst und ihrer Umwelt, Ernährung, Gestaltung des Alltages und besonders das Bewusstmachen und den Ausdruck von Gefühlen: Die Entwicklung und Kultivierung von Achtsamkeit für sich selbst auf körperlicher wie emotionaler Ebene kann hier einiges bewirken. Eine Umstellung der Ernährung zu einem gesunden Maß reduziert wesentliche Risikofaktoren für die zentralen Zivilisationskrankheiten. Die gilt besonders, wenn dies kombiniert wird mit einer täglichen, angemessenen Form von Bewegung. Bei all diesen Prozessen kann ich Ihnen hilfreich zur Seite stehen.

 

Die Pflanzenheilkunde hat großes Potential, ein wesentliches Element einer solchen neuen Männerheilkunde darzustellen. Dies fängt mit Heilpflanzen an, welche auf den Urogenitalbereich wirken, die Funktion von Blase und Niere beeinflussen und bei Problemen der Fruchtbarkeit bzw. Potenz hilfreich eingesetzt werden können. Schließlich erfährt das männliche Wohlbefinden eine nicht unbeträchtliche Beeinträchtigung durch Erektionsstörungen, die psychische wie auch körperliche Ursachen haben können und sich mit Heilpflanzen oft effektiv behandeln lassen. Hier stehen zahlreiche pflanzliche Aphrodisiaka zur hilfreichen Verfügung. Schon anatomisch gesehen nimmt auch die die Prostata mit zunehmendem Alter bei Männern eine immer größere Bedeutung an: jenseits des 50. Lebensjahres sind über 50% von einer Prostatavergrößerung und oft damit verbundenen Beschwerden betroffen. Diese lassen sich mit den geeigneten Heilpflanzen gut lindern.

 

Abgerundet wird die therapeutische Herangehensweise dann durch die zahlreichen Möglichkeiten, mit Heilpflanzen auf das Nervensystem einzuwirken, um mehr Beruhigung und Zentrierung im alltäglichen Stress einkehren zu lassen. Durch die reichhaltigen Hilfen für das Herz-Kreislauf-System, damit nicht irgendwann die "Pumpe versagt", weil sie nur als mechanische Funktion verstanden und nicht als die zentrale Schnittstelle zwischen dem Takt unserer Lebensweise und dem Puls unseres inneren Gefühlslebens erfahren wurde. Durch die Unterstützung unseres Verdauungsapparates, weil nicht nur hektisch irgendetwas "zwischen die Zähne geklemmt" wurde, sondern die Aufnahme der materiellen Grundlagen unseres Lebens die Achtsamkeit erfährt, die wir uns selber auch wert sein sollten.  

 


Inwieweit Sie über die Behandlung körperlicher Beschwerden hinaus bereit sind, auch innerlich an sich zu arbeiten, bleibt Ihnen selbst überlassen. Ich stehe Ihnen für beide Bereiche gerne zur Verfügung.

 

zurück

| Datenschutz / Impressum |