Antlitzdiagnose


 

Wir können nicht aus unserer Haut. Sollen wir auch gar nicht, denn die Haut gehört zu uns, als eine Grenzfläche zwischen dem organischen Innenleben und der Außenwelt. Und das Leben hinterlässt in jedem Menschen Spuren. Schöne Zeiten wie auch leidvolle Erfahrungen graben sich in die Gesichtszüge ein. Gleichzeitig drückt sich in unserem Antlitz auch unser inneres Wesen, unsere Konstitution aus, die wir von Anfang an mitbringen.

Die Antlitzdiagnose macht sich diese Zusammenhänge zu nutze. Sie gehört neben Anamnese und Augendiagnose zu meinem therapeutischen Repertoire. Hier gibt es zwei Bereiche, die in der Naturheilpraxis oft Hand in Hand gehen:

Die Pathophysiognomik versucht aus den Gesichtszügen auf den Zustand des Körpers zu schließen. So kann eine Schwäche oder Unterfunktion sich etwa zeigen, indem eine Stelle dunkel, blass oder eingefallen aussieht. Eine übermäßige Fülle oder Überfunktion würde man eher bei einer starken Rötung oder aufgebläht wirkenden Bereichen erwarten.

Die Psychophysiognomik hingegen hat die emotionalen und geistigen Strukturen und Muster zum Inhalt. Hierbei können die Formen und Proportionen des Gesichtes Hinweise geben auf das Temperament oder die individuelle Art und Weise, mit der Welt und den Lebenserfahrungen umzugehen.

Doch „eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.“ Bei jeder diagnostischen Methode müssen alle Aspekte in ihrem Kontext gesehen werden. Ein markantes Kinn muss nicht unbedingt einen dominanten Menschen, ein fliehendes Kinn nicht immer einen Mangel an Durchsetzungsfähigkeit anzeigen, wenn man sich die Zeichen in ihrem Gesamtzusammenhang anschaut. Und natürlich geht es nicht darum, einen Menschen zu bewerten, sondern einen tieferen Eindruck von ihm zu bekommen, um in der Behandlung besser auf ihn in seiner Gesamtheit eingehen zu können.

 

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